Sophie VOIGT-CHADEYRON


Sophie Voigt-Chadeyron
oder Die Virtuosität in Farbe
Sophie Voigt-Chadeyron ist eine überzeugte Tochter der künstlerischen Freiheit. Sie geht ihren eigenen Weg - und nimmt sich souverän die Freiheit, auf diesem Weg unterschiedlichste Richtungen einzuschlagen und vielfältige Spuren zu setzen. Es sind die Spuren ihrer virtuos realisierten Ausdrucksformen: Sophie Voigt-Chadeyron, die gerne mit dem Künstler-Kürzel Sof auftritt und ihre Arbeiten auch mit diesen drei Buchstaben signiert, überrascht durch die thematische Breite und malerische Polyphonie ihres Schaffens. Doch in Sof'is Welt gibt es einen gemeinsamen Nenner, der ihre Bildsprache durchgehend kennzeichnet - es ist ihre geradezu vibrierende Leidenschaft für Farbe.

Der Mensch und seine Existenz

Es sind gewissermaßen die Farben des Lebens und insbesondere der Lebensfreude und einer Lebensbejahung, die sich der dunklen Seiten des Daseins durchaus bewusst ist. So konzentriert sich ihre Malerei vor allem auf ein Sujet: "Mein Hauptthema ist und bleibt der Mensch", sagt sie. Und dieser Mensch verfügt bisweilen über die erstaunliche Fähigkeit, sich - mal salopp formuliert - auch an den eigentlichen Intentionen der Bildkünstlerin vorbei zu "schmuggeln". Sophie Voigt-Chadeyron: "Selbst wenn ich ihn nicht unbedingt dabei haben möchte, kommt er wie durch Zufall immer wieder auf meine Bilder."

Wie geht das vor sich? Ein Beispiel: Sof entwirft eine farbflirrende Landschaft, die zeigt, wie ausdrucksstark ihre Malerei - gerne - Stilmittel des Pointillismus und des Impressionismus einzusetzen weiß. Doch das Ergebnis, das reine konzertante Spiel der Farben allein, genügt ihr nicht. So bricht die Malerin dieses Tableau durch eine eher impulsive Komposition: In der Mitte erscheint die blank-weiße Figur eines völlig abstrahierten Menschen. Durch dieses Element vertieft und vollendet die Künstlerin die Gesamtwirkung ihres Bildes. Solche abstrakten, pur-weißen Gestalten erscheinen in vielen Gemälden von Sophie Voigt-Chadeyron. Signifikant ist die minimalistische Schmalheit dieser Figuren, eine Schmalheit, die an Skulpturen von Alberto Giacometti erinnert (allerdings ohne deren große, stark überdimensionierten Füße). Man könnte bei diesen Bildern - wiederum salopp formuliert - fast von "Strich-Menschen" in Natur und Landschaft sprechen.

"Humaine nature": Die Omnipräsenz des Menschen

Überhaupt: die Natur. Sie spielt im Schaffen von Sophie Voigt-Chadeyron immer wieder eine Hauptrolle. "Étang" (Teich) ist ein Schlüsselbegriff für eine wichtige inspiratorische Quelle der gebürtigen Französin. Schon als Kind liebt sie die Bilder von Claude Monet, vor allem die Teich- und Seerosenbilder. Womit sich eine direkte Linie zu ihrem Faible für den häufigen Einsatz von Stilmitteln ergibt, die mit dem Impressionismus verwandt sind. Auch Sophie Voigt-Chadeyron geht es um atmosphärische Stimmungen, geht es um Momentaufnahmen, die seelische und geistige Befindlichkeiten abbilden und zugleich bei den Betrachtern evozieren. Denn: Ihr Haupt-Sujet ist der Mensch. "Wolken, Bäume, Pflanzen: Seit ich ein Kind bin, schreit die Natur im Allgemeinen nach menschlichen Zügen", schildert sie eine prägende Entwicklung. "Immer und überall entdecke ich Gesichter und menschliche Formen, auch wenn ich sie nicht unbedingt wahrnehmen möchte."

Die Natur in den Bildern dieser Künstlerin ist eine beseelte Natur. So kann der aufmerksame Betrachter in ihren Arbeiten immer wieder anonyme Gesichter und Elemente menschlicher Gestalten entdecken, insbesondere deren Andeutungen. Sophie Voigt-Chadeyron hat für solche Bilder einen Begriff gefunden, den sie gerne verwendet: "Humaine nature", menschliche Natur.

Virtuos und vielseitig - auch in ihrer Objektkunst

"Sophie Voigt-Chadeyron ist eine zeitgenössische Künstlerin mit einem expressiven Farbgestus, einfallsreichem Raffinement und begeisternder Virtuosität", charakterisiert Galerist Egon Heidefeld die Malerin, die seit vielen Jahren von der Galerie Heidefeld & Partner mit ihrem vielseitigen Werk vertreten wird. Dazu zählen auch ihre eher flächigen Kompositionen, Arbeiten mit lasierendem Farbauftrag, die sich einer wiederum virtuosen, expressiven Bildersprache bedienen.

Ihre unermüdliche Schaffenskraft und die thematische Breite der Arbeiten erstreckt sich nicht auf die Malerei allein: Sof widmet sich immer wieder der Objektkunst. Dabei greift sie gern auf Naturmaterialien zurück - z.B. Äste, Zweige, Holz allgemein - und kombiniert sie mit Elementen etwa aus der (Alltags-)Welt der Technik. Solche Montage-Objekte und Sof'is Plastiken generell sind vielseitige Konfigurationen einer schöpferischen Fantasie, die den Betrachter fasziniert und nicht selten verblüfft.

Vielseitigkeit kennzeichnet auch ihre Biografie. Sophie Voigt-Chadeyron wurde 1969 in Caudéran im Medoc geboren, studierte zunächst Literatur und Geschichte am Lycée Henri IV und an der Pariser Sorbonne, wechselte dann ins Fach Betriebswirtschaft; das Studium schloss sie als Diplom-Kauffrau ab. Parallel entwickelte Sof ihre künstlerische Ausbildung: Die Französin nahm Privatunterricht in Malen und Zeichnen bei Professor Rémi Leprince und war Gaststudentin an der Académie des BEAUX ARTS in Paris. Seit 1994 lebt Sophie Voigt-Chadeyron in Deutschland, ist Ehefrau und Mutter von vier Kindern. Seit 2003 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin mit einem eigenen, neuen und sehr großen Atelier in einem atmosphärischen Bau aus der Gründerzeit, der früher eine Weberei war.














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